Ein ganzes Jahr…

und etwas mehr habe ich mich nicht mehr gemeldet.

Jetzt, nach einigen Monaten fast internetfreier Zeit, und dem Überstehen einiger großer Veränderungen, kann ich wieder hinaus in die Welt sehen und möchte Euch berichten, wie es mir ergangen ist.

Ziemlich genau vor 1 Jahr bin ich aus meiner Wohnung im Haus meiner Eltern geflohen und habe in einem großen, unbewohnten, mit uralten Möbeln eingerichteten Haus mit einem großen Garten sozusagen aus dem Koffer gelebt. Eine liebe Freundin hat mir unkompliziert Zuflucht gewährt. Es war eine sehr schwere, aber nötige Entscheidung und es hat mich das ganze Jahr gekostet, die schwebende und sehr belastende Situation aufzulösen. Abgesehen von dem schweren Burnout, in dem ich wieder gelandet war, haben mich die Ereignisse so geschafft, daß ich im Winter für 11 Wochen in einer Tagesklinik gelandet bin. Nachdem ich jahrzehntelang mit der Diagnose Depression-Panikstörung eher nicht wirklich behandelt wurde, kam bei der Therapie heraus, daß ich an einer Bipolaren Störung (Typ II, schneller Wechsel der Phasen) leide. Im Nachhinein hat mir das endlich erklärt, was mit mir eigentlich los war die ganzen Jahre, und auch, warum ich mich jetzt schon das 3. Mal in einem Burnout wiedergefunden habe. Nach einer 6-wöchigen Reha im Anschluss an die Therapie schaffte ich es endlich, alle meine Sachen aus der alten Wohnung zu holen und auch wieder Frieden und Liebe in das Verhältnis zu meinen Eltern zu bringen, das zwischenzeitlich sehr belastet gewesen war. Ich konnte ein Haus weiter bei meiner Freundin 2 schöne Zimmer beziehen, und alle meine Sachen gut unterbringen. Meine Eltern versorge ich immer noch, mache für sie Besorgungen etc., aber so wie ich es mir am Schluss gewünscht hatte, mit einem Stützpunkt ausserhalb des Hauses, einen geschützten Raum. Der Umzug, den ich fast alleine machte, dauerte 4 Wochen und hatte mich erst mal wieder an den Rand der Erschöpfung gebracht. Im Moment bin ich noch krankgeschrieben, zumal ich gerade mit meinem Neurologen versuche, eine hilfreiche Medikation zu finden, was nötig, aber überhaupt nicht einfach ist.

So war das letzte Jahr bei mir. Es tut mir leid, daß ich mich privat kaum gemeldet habe, wichtige Termine verpasst und auch im Internet wenig reagiert habe. Hätte ich nicht ein paar wirklich guter Freunde hier in meiner Nähe gehabt, wüsste ich nicht, wo ich heute wäre. Ich bin noch immer in einer Art Übergang, weiß noch gar nicht, wie es bei mir vor allem arbeitsmäßig weitergeht und bin noch dabei, mich inmitten der bipolaren Schwankungen neu zu definieren.

Aber ich bin wieder da, und habe auch vor, mich in Zukunft wieder öfter zu melden.

Einen lieben Gruß an Euch Alle!

 

 

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4 Antworten zu Ein ganzes Jahr…

  1. bikibike schreibt:

    Ich bin ganz ganz froh, von dir zu lesen!
    Liebe Grüße!

  2. musenroessle schreibt:

    Huhu Liebe,
    schön wieder von dir zu lesen 🙂 !

    Ich weiss ja schon ein wenig davon aus den Mails….

    Gut, daß du jetzt ein endlich wieder ein neues Zuhause hast.

    Und gut, daß du so ein wenig abstand hast zu deinen familiären Pflichten.

    So gut ich das nachvollziehen kann, daß du dich um deine Eltern kümmern willst, sehr weiss ich auch, wie schwer das sein kann, vor allem, wenn man gemeinsam im selben Haus wohnt.

    Ich kenne das ja nur zu gut und denke auch, daß es dir gut tut, wenn du zwar in der Nähe bist,
    aber doch auch die Möglichkeit hast, dich auch mal zurück zu ziehen.

    Über das mit der bipolaren Störung würde ich gerne mal mit dir reden.
    Ich glaube zwar nicht, daß ich das auch habe – bei mir wohl ’nur‘ einfache depri… -, aber so ganz fremd ist mir dieses Wechselbad der Gefühle auch nicht…
    Also vielleicht bin ich ja auch so ein bisserl bipolar… würde mich da gerne mal mit dir darüber austauschen, wie es dir damit so geht.

    Sag bitte bescheid, wenn es dir wieder nach treffen und/oder reden zumute ist.

    Leider wohne ich dann doch zuweit weg um mal so eben bei dir vorbeizukommen.

    Liebe Grüße

    Klaudia

  3. zwillingswelt schreibt:

    Hallo Liebe! Ja es fühlt sich wirklich besser an, von Draussen in mein Elternhaus zu gehen, und auch wieder rausgehen zu können. Meine wieder viel bessere Stimmung spiegelt sich auch im Umgang mit meinen Eltern wieder, und so geht es allen besser.
    Über die Bipolare Störung wollte ich eh demnächst mal genauer schreiben, vielleicht findest Du ja schon da ein paar Antworten, ansonsten können wir uns bald gerne mal austauschen.
    Ganz liebe Grüße!!!!!

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