Ein Jahr

Jetzt, da ich endlich Urlaub habe, kann ich mal wieder was schreiben. Der letzte richtige Urlaub war im Sommer, dementsprechend durch bin ich im Moment. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, daß ich nun 2 volle Wochen frei habe, und nicht jeden Tag 5-6 Stunden stillsitzen muss, um meine Arbeit zu tun. Im letzten Monat habe ich ca. 2000 Steine bemalt. Und in den Monaten davor. (Davor war es weniger, aber ich bin schneller geworden.) Das Malen selbst macht mir Freude, aber mein Rücken hat sich in den letzten Wochen sehr beschwert und es wird Zeit, daß ich endlich mal auf ihn höre und ihm mehr Bewegung und Ausgleich schenke.

Vor 1 Jahr hatte ich auch Urlaub, den ich jedoch fast komplett für meinen Umzug verwendete. Wenn ich jetzt daran denke, könnte ich vor Erschöpfung sofort wieder umfallen, und ich bin wirklich froh, daß ich dieses Jahr „nur“ meine Wohnung für die an Weihnachten hereinbrechende Familie aufräumen muss.

1 ganzes Jahr bin ich nun schon hier, und es war eines der schwierigsten, angefülltesten und bahnbrechendsten Jahre meines Lebens.

So viel ist passiert, daß ich sagen kann, mein Leben hat sich fast komplett verändert. Nicht unbedingt äusserlich, ausser, daß sich meine Wohnung ein bißchen gefüllt hat (was es schwieriger macht, sie aufzuräumen), mehr Bilder an der Wand hängen und ich seit 2 Monaten endlich eine richtige Wand und eine Tür zwischen mir und dem Rest des Hauses bekommen habe, was eine unglaubliche Verbesserung meiner Lebensqualität darstellt.

Ich hab noch ein bißchen mehr abgenommen, da ich weiterhin ganz stur Kohlenhydrate vermeide, ein paar Müskelchen dazubekommen, und bin wieder etwas gelenkiger geworden, weil ich Yoga mag.

Die wirklich großen Veränderungen sind alle in meinem Inneren passiert.

Völlig unvorbereitet bekam ich Zugang zu neuen Energiequellen in mir, tiefe und alles verändernde Einsichten über meine Vergangenheit, und was die mit mir und aus mir gemacht hat, und die Möglichkeit richtig uralte olle, doofe Kamellen aufzulösen.

Das wiederum hilft mir ganz ungemein bei meiner derzeitigen Aufgabe, und ich kann sagen, daß wir (meine Eltern und ich) uns richtig gut aufeinander eingestellt haben. Auch wenn es immer mal schwere Tage gibt, so sind sie, im Vergleich zu den ersten Monaten hier, seltener geworden, und das ist wirklich ein großes Glück. Es ist was sehr Schönes, zu wissen, daß man der gute Geist eines Hauses ist, viele Möglichkeiten hat, was Gutes zu tun und zu helfen, aber für mich auch sehr Beruhigend und Wichtig, von MIR zu wissen, daß ich Grenzen habe, die ich auch artikulieren kann, und mir auch genug Freiraum nehmen kann, um mich selbst zu nähren und zu regenerieren (Obwohl ich jetzt gerade etwas im Rückstand bin, aber ich habe ja Urlaub, Juchu!) Viel Liebe und Humor sind in dieses Haus eingezogen, aber auch Leben und Leben lassen, und wir sind die lebendige WG, wie ich sie mir gewünscht hatte, mit viel mehr guten als schlechten Tagen.

Für dieses Jetzt bin ich sehr dankbar. In den letzten Wochen habe ich eine Freundin begleitet, deren Mutter im Sterben lag, und es war eine Chance, mich auch im Zusammenhang mit dem, was schließlich auf mich zukommen wird, auseinanderzusetzen.  Manchmal ist es noch schwer, die Unvorhersagbarkeit und Härte dieses Weges ertragen zu können, aber diese Momente werden seltener, da ich für mich klargemacht habe, daß es der Weg ist, den ich gehen werde.

Weihnachten lasse ich jetzt mal entspannt auf mich zukommen, habe ich beschlossen. Da die nicht immer einfache Familienkonstellation in diesen Tagen nach langer Zeit mal wieder zusammenkommt, und man dieses Mal eine Mutter mit stark geschwundener Erinnerung und extrem empfindlichem Gemüt unter sich hat (was einigen einfach noch nicht wirklich klar ist), glaubte ich zuerst, ich müsse das alles organisieren, irgendwie managen, damit es keine größeren Probleme gibt. Zum Glück habe ich aber inzwischen begriffen, daß ich das gar nicht kann, und wahrscheinlich eher noch von irgendwem eins auf den Deckel bekommen würde. Also werde ich mein Teil hier im Haus tun, wie immer, werde das erste Mal in meinem Leben ein Gänsebrustessen machen, mit Mama unseren gusseisernen Weihnachtsbaum schmücken, das Kaminfeuer schüren, aber ich werde mich nirgendwo einmischen, oder irgendwem irgendwas vorhalten, sondern versuchen, einfach Spaß zu haben.

Sind ja schließlich Ferien. 🙂

 

 

 

 

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2 Antworten zu Ein Jahr

  1. meertau schreibt:

    Liebe….. das klingt wunderbar und spannend und ich hoffe, dass wir beide es im kommenden jahr schaffen, uns vieles zu erzählen, während wir aufs meer blicken. ich tät mich wie Bolle freuen und wünsche dir eine schöne sylvesternacht und vor allem ein kraftvolles und schönes 2016

  2. zwillingswelt schreibt:

    Danke liebe Frau Meertau! Ja, das wünsche ich mir auch und habe es mir ganz fest ins Jahresprogramm geschrieben. Und wenn ich nicht aus familientechnischen Gründen auf die Mittelmeerinsel muss, dann mache ich ein schönes Roadmovie zu Dir in den Norden. Dir auch ein gesundes und in jeder Hinsicht kraft- und mutvolles neues Jahr ❤

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