Traurig

Die kleine Mama baut spürbar ab. Sie ist im Moment zwar zum Glück friedlich und räumt nicht zwanghaft in ihren Schränken rum (sie schliesst jetzt immer das Schlafzimmer ab, damit niemand an die Schränke kann und wenn sie mal aus dem Haus geht, und wenn ich da bin, verspreche ich ihr immer, daß ich aufpasse), aber sie wirkt sehr erschöpft und ernst, und neulich zeigte sie in einer Zeitschrift auf eine Zuccini und fragte, wie dieses Gemüse heisst. Das Kochen fällt ihr immer schwerer, ich glaube, sie vergisst langsam, wie es geht. Das war früher eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.

Gestern war ich mit ihr in ihrem Garten, und da blühte sie sofort auf, zupfte an Unkraut rum und zeigte mir die ersten Rosenknospen. Da ich selber Wildkräuter sammle, und meine Familie mittlerweile auf meinen Spitzwegerich-Hustensaft schwört, zeige ich ihr beim Nachhausekommen immer, was ich gesammelt habe und bringe ihr derzeit auch immer ein Blumensträusschen mit. Das begeistert sie, und gestern sammelte sie sogar Bärlauch und Giersch aus dem Garten für´s Mittagessen.

In der Kräuterkunde gibt es Richtungen, die sagen, ein „Un“- Kraut wächst oft da, wo es benötigt wird, und ihr Garten ist voller Vergissmeinnicht! Sie liebt diese Pflanze und hat versucht, sie in den letzten Jahren im Garten zu vermehren, was ihr auch gelungen ist, denn wir haben richtige Felder im Garten.

Diese Symbolik hat mich sehr erschüttert und traurig gemacht, als würde sie manifestieren, was mit meiner Mutter passiert.

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