Ein harter Brocken

war die letzte Woche, ein fliegender Wechsel von „lieber“ Mama und „böser“ Mama, glücklichem Vater und traurigem Vater. Ganz besonders schwierig für mich, daß ich an den extremen Tagen auch die „böse“ Tochter war, bzw. das gute Verhältnis zu meinem Vater mit Eifersucht und Kurzangebundenheit quittiert wurde. Das ist etwas, wovor ich mich schon die ganze Zeit gefürchtet hatte, denn es holte wieder uralte Gefühle hervor aus den Zeiten, in denen meine Mutter mich ständig kritisierte, mich mit Missachtung und Unfreundlichkeit strafte und mir ihre Liebe zeitweise entzog. Diese Zeiten liegen schon eine Weile zurück, doch in mir sind sie noch gespeichert und lösten in mir dieser Tage dasselbe blöde Schuldgefühl und die selbe Angst nicht zu genügen hervor, die Angst, nicht mehr geliebt zu sein. Ich brauchte 2 Tage, um diese Tiefen noch einmal zu durchleben, heftig darauf zu reagieren, (alles im stillen Kämmerlein oder draussen im Wald), und dann langsam zu erkennen, daß sich die Zeiten längst geändert haben, und ich mich selbst wieder mit mir O.K. fühlen konnte.

Zum Glück kenne ich wirklich tolle Menschen, die mir, ob sie nun räumlich nah oder fern sind, viel Trost und Liebe und hilfreichen Input zukommen ließen, gerade die letzten Tage. Viele gute Ratschläge und Erkenntnisse helfen mir, besser zu verstehen, wie wir lernen können, mit meiner Mutter sorgsamer umzugehen, Inszenierungen zu ersinnen, wie wir ihr (und ihren Manien bei „geklautem“ Hausrat), für sie weniger stressig, begegnen sollten, ihre „Logik“ zu begreifen.
Vor allem mein Vater tut sich noch sehr schwer, seinen intelektuellen Anspruch herunterzuschrauben, doch inzwischen begreift er, daß er sie oft in Stress bringt, und dadurch in ihren Tunnel, aus dem sie dann, wenn sie mal drin ist, nur sehr schwer wieder rausfindet.
Durch die Eifersucht meiner Mutter habe ich mich ein kleines bißchen mehr zurückgezogen (auch in Absprache mit meinem Vater, obwohl wir zwei immer gerne länger miteinander plaudern würden), und ich habe endlich auch geschnallt, daß ich wirklich besser auf MICH aufpassen muss. Mein Rücken, der ja schon seit 1 Jahr muckt kriegt jetzt endlich einen ganzheitlichen Physiotherapeut und Progressive Muskelentspannung, und fast jeden Tagen einen langen Spatziergang (wobei mir meine kleine, vor 1 Jahr gegangene Hündin noch immer sehr fehlt), und ich fahre die nächsten Wochenenden mal über Nacht weg, denn ich muss wirklich zwischendrin mal raus hier.

In solch extremen Zeiten habe ich immer im Nachhinein das Gefühl,  daß ich nie mehr bekomme, als ich tragen kann, auch wenn ich ziemlich an der Grenze war. Und daß aus diesen tierisch schweren Zeiten immer etwas Positives entsteht.

Jedenfalls, alles bewegt sich und ich versuche, mitzuschwingen, so gut es eben geht.

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2 Antworten zu Ein harter Brocken

  1. meertau schreibt:

    Schwingen Sie!!! Ist eh das was uns überleben lässt. Und an das gegangene lebensbegleiterchen denke ich oft, obwohl wir uns nie begegnet sind….. aber gibt ja viele Arten der Begegnung neuerdingsheutztage… 🙂

  2. zwillingswelt schreibt:

    Wobei ich doch schwer hoffe, Ihrem (und Ihnen selbst) mal in echt zu begegnen, Gaaaaanz liebe Grüße 🙂

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