Ein schwankendes Schiff

ist unsere kleine Wohngemeinschaft. Ich frage mich, ob es bei uns so was ähnliches gibt, wie das Phänomen bei Frauen, die, wenn sie eine Weile zusammenleben, zur selben Zeit menstruieren. Migräne, Schwindel und Rückenschmerzen, wir scheinen uns damit abzuwechseln. Oder sind wir einander emphatisch so verbunden, oder gleich extrem wetterfühlig, jedenfalls sind wir alle etwas aus der Spur. Oder bin es wieder mal nur ich, die alles aufschnappt und mitlebt?

Es ist jedenfalls schon erstaunlich, wie schnell ich mich, nach fast 6 Jahren alleine wohnen, wieder an eine Gemeinschaft gewöhnt habe. An manchen Tagen geht es hier sehr turbulent zu: Einkaufen, Schnee schippen, schwindelige Mutter versorgen, dem fußlahmen Vater die steilen Wendeltreppen ersparen, (daneben arbeiten, der Umzug ist zum Glück abgeschlossen), an anderen Tagen ist es einfach sehr gemütlich und ruhig und ich fühle mich sehr wohl in meiner kleinen Wohnung unter dem Dach, Dank Babyphon mit dem restlichen Haus vernetzt, so daß ich nicht immer auf dem Sprung sein muss.

Die erste große, innerliche Krise habe ich zum Glück überstanden. Denn die Sorge um die Meinen, aber auch die Sorge um mich schlugen über mir zusammen, das Ganze „Was-wird-kommen-wie-soll-ich-das-bloß-schaffen-was-machen-wir-wenn…“ drückte mich für ein paar Tage richtig runter, bis ich begriff, daß der einzige Weg, das gefühlsmäßig einigermaßen auf die Reihe zu kriegen das Leben im Moment ist. Seitdem geht es mir besser. Denn eines ist klar: Es wird nicht leichter werden!

Doch es gibt wirklich viele, schöne Momente, wir lachen viel, ich fühle mich respektiert und geliebt und das ist ein schönes Gefühl.

 

 

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2 Antworten zu Ein schwankendes Schiff

  1. meertau schreibt:

    das mit dem schwankenden schiff ist, auch angesichts der schwindelnden frau mamaaa – ein schönes bild.
    ein bisschen bist du käptn, smutje, küchenmatrose und navigator…. ganz schönes programm, das ja auch ganz schön sein kann 🙂

  2. zwillingswelt schreibt:

    Allerdings mit dem ganzen Umzug ein entschieden viel zu volles Programm. Als ich den letzten, wichtigen Schrieb zur Kündigung meines alten Stromanschlusses weggeschickt hatte, erwischte mich die Grippe. Ich bin es seit Jahrzehnten gewohnt, allein krank zu sein, und es war, sowohl für meine Eltern (die mich selten in den letzten Jahren schwach erlebt hatten), wie auch für mich (die sich eingedenk sehr viel früherer, eher negativer Erfahrungen, in denen ich meinen Eltern in einem schwachen Zustand entgegentrat, gar nicht wohl dabei fühlte), eine neue Erfahrung. Doch zum Glück gelang es mir, mich zu entspannen, und meine Eltern waren einfach, in ihrem Rahmen, sehr lieb und fürsorglich. Es ist wirklich lange her, daß mir jemand eine große Schüssel voll geschälter Orange gebracht hat… 🙂

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